Blower-Door-Luftdichtigkeitstest


Hier sehen die Blower Door Messeinheit
Jedes Gebäude, ob individuell vom Architekten oder als Fertighaus geplant muss die Anforderungen der DIN 4108 an Dämmung und Dichtheit erfüllen. Energieverluste kosten Geld. Ohne eine luftdichte Gebäudehülle wird die Wirkung der hochwertigsten Wärmedämmung unter Umständen erheblich herabgesetzt. Beim Blower-Door-Test wird deshalb die Gebäudehülle auf ihre Dichtheit überprüft. Blower-Door-Messungen gehören bereits seit Jahren zum Bau. Die Dichtheit der Gebäudehülle ist zum Qualitätsmerkmal geworden.

Für luftdichtes Bauen gewährt die Energie-Einsparverordnung (EnEV) einen energetischen Bonus. Bei Durchführung und Bestehen des Blower-Door-Testes erhalten Sie beim Wärmeschutznachweis einen Ausgleich auf den Lüftungswärmebedarf. Das heißt, Kosten für einen Blower-Door-Test können durch gegebenfalls geringere Wärmedämmung verrechnet werden.

Verwendet wird das Blower-Door-Messgerät für:
  • die Überprüfung der Gebäudedichtheit in Neu- und Altbauten nach DIN 13829
  • die Analyse von konstruktiven Schwachstellen der luftdichten Ebene
  • die Qualitätsüberwachung der ausgeführten Arbeiten an der luftdichten Ebene
  • die Begutachtung von Bauschäden durch konvektiven Feuchteeintrag und Kondensfeuchte
Mit der Blower-Door-Messung steht ein standardisiertes Messmittel zur Verfügung, die Luftdichtheit eines Gebäudes quantitativ zu erfassen. Es wird dabei ermittelt, wie oft das Luftvolumen des Gebäudes bei einer bestimmten Druckdifferenz zur Außenluft pro Stunde ausgetauscht wird.

Um diesen Differenzdruck aufzubauen, wird in eine offene Außentür (Eingangstür oder Balkontür) ein Rahmen eingesetzt, der mit einer Folie bespannt ist. In einer Öffnung der Folie befindet sich ein Ventilator. Die Drehzahl des Ventilators wird so geregelt, dass sich ein definierter Druck zwischen Außen- und Innenraum einstellt. Um diesen Druck aufrechtzuerhalten muss der Ventilator, wie man sich leicht vorstellen kann, einen so hohen Volumenstrom fördern, wie durch Lechagen des Gebäudes entweicht.

Um zu einer aussagekräftigen Kenngröße (n50) der Luftdichtheit zu kommen, wird der gemessene Volumenstrom durch das Volumen des Gebäudes geteilt.

Während die Druckdifferenz aufgebaut ist (Unterdruck im Haus), können Leckstellen in der Gebäudehülle leicht gefunden werden. Schon mit der bloßen Hand lassen sich die Leckstellen ertasten. Es zieht sozusagen aus allen Ritzen. Weitere Hilfsmittel zum Orten der Leckstellen sind Rauchspender, Luftgeschwindigkeitsmesser und die Thermografie.

Die Gebäudethermografie allein deckt mitunter vorhandene Undichtigkeiten in der Gebäudehülle nicht auf, da sich die ins Gebäude einströmende Luft unter Normalbedingungen erwärmt. Die für die Gebäudethermografie erforderlichen Temperaturdifferenzen sind dann nicht ausreichend, um Leckagen sicher zu orten. Wird jedoch mit der Blower-Door-Messmethode Luft aus dem Gebäude gesogen, so dass die kältere Außenluft durch Leckagen ins Gebäudeinnere nachströmt, können auch kleinste Undichtigkeiten lokalisiert und beseitigt werden. Die Leckage-Ortung per Infrarot-Thermografie ist durch die sichere Handhabung auch in sehr hohen und großen Gebäuden äußerst effizient und für den Auftraggeber transparent.
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